Die Jugendlichen beim Besuch eines Betriebes
Ein gelungener Neustart
Motivation, Zuspruch, Erfolgserlebnisse und ein gesundes Selbstwertgefühl stellen wichtige Zutaten für einen gelungenen Start in die Ausbildung dar. Leider gibt es Jugendliche, denen die eine oder andere dieser Zutaten fehlt. Das Jobcenter Märkisch-Oderland bietet jungen Menschen aus der Region mit der „Aktionswoche Ausbildung in MOL“ die nötige Starthilfe an. Frau Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland (MOL), erläutert das Projekt.
Frau Schoel, wie ist die Aktionswoche Ausbildung entstanden?
In unserem Landkreis gibt es eine größere Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen und Lehrstellen, obwohl wir viele Jugendliche haben, die nach einer Ausbildungsstelle suchen. Wir haben erkannt, dass viele der von uns betreuten Jugendlichen den Anforderungen an eine Ausbildung nicht gerecht werden und daher dringend Hilfe benötigen. Das Jobcenter MOL hat daher im August 2012 erstmals die Aktionswoche Ausbildung ins Leben gerufen. Sie soll realitätsbezogene Berufsvorstellungen bei den Jugendlichen wecken, Vorbehalte sowohl auf Seiten der Jugendlichen als auch auf Seiten der Arbeitgeber abbauen, über alternative Ausbildungsberufe informieren und Jobchancen in der eigenen Region ermöglichen.
Können Sie kurz den Ablauf der Aktionswoche darstellen?
Für die Aktionswoche Ausbildung haben wir insgesamt sechs branchenspezifische Thementage gestaltet. Die ausgewählten Branchen umfassen landwirtschaftliche Berufe, Hotel- und Gaststättenberufe, Lagerberufe, Handwerksberufe und gewerblich-technische Berufe, bei denen in unserer Region zahlreiche Jobs und Ausbildungsplätze angeboten werden. Wir haben die Jugendlichen den Branchen zugeordnet, die zu ihrem Jobprofil und ihren Berufswünschen passen. Im Rahmen der Aktionswoche bekamen sie dann die Möglichkeit, an einem Tag mehrere Betriebe ihrer Branche nacheinander zu besuchen und somit sowohl ihren potenziellen Arbeitgeber kennenzulernen als auch die Arbeitsstätten zu besichtigen.
Nach welchen Kriterien werden die jugendlichen Teilnehmer ausgewählt?
Das Jobcenter MOL betreut derzeit etwa 2.100 jugendliche Arbeitsuchende, deren Alter zwischen 15 und 24 Jahren liegen kann. Für die Ansprache der Teilnehmer wurden aber keine Jugendlichen ausgewählt, die gerade frisch von der Schule kamen und sich aus eigener Kraft heraus bewerben können. Wir haben insbesondere die sogenannten Altbewerber angesprochen. Das sind Jugendliche, die bereits ein Jahr Berufs- und Ausbildungssuche erfolglos hinter sich gebracht haben. Für die Umsetzung konnten wir außerdem folgende Partner gewinnen: den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters, die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer und den Bauernverband MOL.
Wie war die Resonanz der Beteiligten auf die Aktionswoche?
Den Jugendlichen haben insbesondere die Eindrücke und kleinen Praxisübungen in den Betrieben vor Ort sehr gut gefallen. So konnten sie sich den Berufsalltag auf einmal viel besser vorstellen. Die persönlichen Kontakte zu den Arbeitgebern wurden ebenfalls als hilfreich empfunden. Auch die Mitarbeiter unseres Jobcenters haben von der Aktion profitiert. Sie konnten im Zuge der Durchführung ihre Kenntnisse auffrischen, neue Einblicke in Firmenabläufe erhalten und die persönliche Beziehung zu den jugendlichen Teilnehmern vertiefen. Ein wirklich schönes Konzept also, das auch den Arbeitgebern gut gefiel und einen Teil dazu beigetragen hat, bestehende Vorurteile gegenüber der Zielgruppe abzubauen.
