Das Bild zeigt von links nach rechts Kardim Tas (Projektleitung Joblinge Frankfurt), Claudia Czernohorsky-Grüneberg (Geschäftsführung Jobcenter Frankfurt am Main), Mariam Gilani (Stipendiatin bei den Joblingen), die ihre Urkunde erhält, und Reinhard Gödel (Aufsichtsratsmitglied Joblinge).

Kardim Tas, Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Mariam Gilani und Reinhard Gödel bei der Urkundenverleihung

Hilfe beim Karrierestart

Eine Vielzahl von Faktoren können dazu führen, dass Jugendliche keine Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen: seien es der fehlende Schulabschluss, eine abgebrochene Ausbildung, ein geringes Selbstwertgefühl oder mangelnder Rückhalt in der Familie. Das Joblinge-Programm, an dem sich das Jobcenter Frankfurt seit Februar 2011 beteiligt, will diesen jungen Erwachsenen eine berufliche Perspektive bieten. Im Rahmen des Programms wird jeder Jugendliche von einem Mentor begleitet, der ihm zur Seite steht, auch wenn es einmal nicht so gut läuft.

Frau Czernohorsky, worum handelt es sich bei den Joblingen?

Joblinge sind Teilnehmer eines nachhaltigen Vermittlungsprogramms, das benachteiligte Jugendliche dabei unterstützt, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Nachhaltig deshalb, weil die jungen Erwachsenen während des sechsmonatigen Programms soviel lernen sollen, dass sie danach in der Lage sind, sich eigenständig auf dem Arbeitsmarkt zu bewegen. Das Projekt gibt es derzeit an sieben Standorten in Deutschland. Die Erfolgsquote ist extrem hoch, und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten läuft hervorragend. Ich beschreibe die Joblinge gern als Win-win-Partnerschaft von öffentlicher Hand, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Wie ist das Programm aufgebaut?

Das Programm ist auf sechs Monate angelegt und gliedert sich in drei Phasen: Orientierung, Praxis und Erprobung. In der Orientierungsphase geht es darum, die eigenen Interessen und Stärken zu identifizieren und daraufhin ein geeignetes Berufsfeld zu finden. In der sechswöchigen Praxisphase haben die Jugendlichen Gelegenheit, erste Berufserfahrung durch Praktika in einem der 200 Partnerunternehmen zu sammeln. Außerdem nehmen sie  an einem Kultur- und Sportprogramm teil. Wenn der Jobling diese beiden Phasen absolviert hat, bekommt er zur Probe für elf Wochen einen Ausbildungs- oder Anstellungsplatz in einem Unternehmen. Am Ende sollen unsere Joblinge einen festen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Das ist das Ziel.

Was hat es mit den Mentoren auf sich?

Das Prinzip lautet: Jeder Jobling erhält seinen eigenen Mentor. Auch die Mentoren sind von der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen überzeugt, denn schließlich können sie ihre Berufserfahrungen weitergeben und einen jungen Menschen beim Berufseinstieg unterstützen. So haben beide Seiten etwas davon. Der Mentor übernimmt seine Rolle freiwillig, das ist uns ganz wichtig. Es wird immer geschaut, dass Jobling und Mentor auch menschlich zusammenpassen. Im Idealfall bleiben sie auch nach dem Programm in Kontakt und tauschen sich weiterhin über berufliche Perspektiven, Entwicklungsschritte und neu gesteckte Ziele aus.

Was ist das Besondere an dem Trainingsprogramm, das die Joblinge durchlaufen?

Die Jugendlichen werden nicht nur in fachlicher Hinsicht geschult und durch ihren Mentor begleitet, sondern kommen auch in den Genuss eines Kultur- und Sportprogramms. Jede Arbeitsgruppe nimmt im Rahmen des Programms an mindestens vier Workshops teil. Die Angebote sind breit gefächert und reichen vom Museumsbesuch bis hin zur Teilnahme an Sportkursen. Die Fußballer der Eintracht Frankfurt bieten den Joblingen sogar an, an einem Training teilzunehmen oder bei der Frankfurter Fußballschule mitzumachen. Das ist schon etwas ganz Besonderes und unsere Joblinge wissen das sehr zu schätzen! Es gibt auch Tanz- und Percussion-Workshops, die gerade bei den weiblichen Joblingen sehr beliebt sind. Solch ein Kultur- und Sportprogramm gibt es übrigens nur hier am Standort Frankfurt.

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