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Pflege

Ein fester Halt in der mobilen Pflege

Das noch junge Leben von Hülya Alida Arslaner war bisher vor allem von Umbrüchen geprägt – immer wieder musste sich die heute 33-Jährige auf Neues einstellen. Allein eine Konstante gab es: Hülya Arslaner kümmert sich seit jeher mit ganzem Herzen um ihre Mitmenschen. Nun hat sie bei einem ambulanten Pflegedienst daraus einen Beruf gemacht. Es ist ihre erste Festanstellung.
Es sind nicht nur die dankbaren Gesichter, die ihr das Gefühl geben, den richtigen Job zu haben. Die Mutter zweier Kinder verfügt einfach über dieses Kümmer-Gen. Sie ist zufrieden, wenn sie Andere glücklich machen kann. Als Pflegehelferin beim Ambulanten Pflegedienst Strempel in Kassel bekommt sie häufig Gelegenheit dazu. Bereits um acht Uhr morgens besucht sie den ersten von rund neun Kunden des Tages. Sie bringt Medikamente, hilft beim Aufstehen, beim Duschen und vor allem: Sie hört zu. „Die alten Leute freuen sich, ein bisschen zu quatschen, und ich finde die Lebensgeschichten wirklich spannend“, sagt Hülya Arslaner.

Das Leben drehte sich um 180 Grad

Auch sie selbst könnte von ihrem Leben viel berichten. Die Tochter einer Deutschen und eines Türken verlässt mit 17 Jahren die Schule im nordrhein-westfälischen Wipperfürth, führt kurzzeitig eine Gastwirtschaft und jobbt in den unterschiedlichsten Bereichen: Sie fährt Essen aus, produziert Autoteile, kümmert sich auch damals schon um den Haushalt von Senioren. Als sie mit 23 nach Kassel zieht und ihr erstes Kind zur Welt bringt, dreht sich ihr Leben um 180 Grad: Bei ihrem Sohn wird Autismus diagnostiziert, er bedarf besonderer Pflege. Hülya Arslaner kümmert sich um ihn.

„Ich wollte einer Mutter eine Chance geben“

Einige Zeit später möchte sie wieder arbeiten. Aber egal, wie viele Bewerbungen sie schreibt: Absage folgt auf Absage. Einfacher wird die Situation nicht, als sie 2006 ihr zweites Kind zur Welt bringt. Vor einigen Wochen endlich kommt die Wende: Pflegedienstleiterin Sandra Grimm war beim Vorstellungsgespräch sofort von Hülya Arslaners engagiertem Auftreten begeistert. Außerdem wollte sie ihr eine Chance geben: „Ich bin selbst Mutter eines behinderten Kindes und weiß, wie schwer es ist, wieder in den Beruf einzusteigen.“

Wo der Schuh drückt – auf Türkisch

Hülya Arslaner hat sich in den ersten Wochen bewährt. Außerdem ist ihr Arbeitgeber froh, dass sie fließend Türkisch sprechen kann. Denn einer der Kunden ist des Deutschen nicht mächtig. „Mir kann der Mann genau sagen, wo der Schuh drückt “, erzählt sie. Wenn die 33-Jährige ihren Job weiter so gut bewältigt, dann kann sie eine Ausbildung bei dem Pflegedienst beginnen. Aber erst einmal ist sie froh, sich um Menschen kümmern zu können und eine unbefristete Arbeitsstelle zu haben.

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